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Wie man Daten(t)räume baut

Das Projekt Gaia-X wird von zahlreichen Vertretern der europäischen Wirtschaft vorangetrieben. Auch für österreichische Unternehmen, insbesondere im produzierenden Bereich, kann Gaia-X eine strategisch wichtige Rolle spielen.

Aus diesem Grund hat die Plattform Industrie 4.0 die Veranstaltungsreihe „Inside Gaia-X“ initiiert, mit der regelmäßig verschiedene Facetten des Projekts näher beleuchtet werden. In Verbindung mit den Aktivitäten des österreichischen Gaia-X Hubs wird interessierten Personen und Unternehmen ein niederschwelliger Einstieg in das Thema ermöglicht.

Im September 2022 fand das zweite „Inside Gaia-X“-Event statt. Thema waren dabei Datenräume („Data Spaces“), die rund um den Datenaustausch in einem Wertschöpfungsnetzwerk ein wesentliches Element bilden.

Als Experte zum Thema präsentierte Sebastian Kleff vom deutschen Unternehmen Sovity seine Perspektive. Sovity ist ein Startup, das sich auf Datenaustausch und den Aufbau von Datenräumen spezialisiert hat.

Datenaustausch vs. Datenraum

Der Datenaustausch zwischen Unternehmen ist kein neues Thema. Unternehmen teilen zahlreiche Daten miteinander, egal ob über E-Mail oder USB, über automatisierte Schnittstellen oder ERP-Systeme. Globale Lieferketten und die Herstellung komplexer Industrieprodukte wäre ohne Datenaustausch heute nicht möglich.

Der Datenaustausch alleine ergibt jedoch noch keinen Datenraum. Ein Datenraum beschreibt die Beziehung verschiedener Akteure, die sich auf Standards und Guidelines im Umgang mit ihren Daten geeignet haben. Wichtig ist, dass Daten dabei nicht zentral gespeichert werden (z.B. bei einem für eine Lieferkette wesentlichen Unternehmen oder beim OEM).

Kernelement Konnektor

Um die Zusammenarbeit in einem Datenraum zu ermöglichen, braucht es einen Konnektor.

Ein Konnektor ist eine Software, die als Schnittstelle an den Datensätzen verschiedener Unternehmen operiert. Ein Konnektor bindet die Daten eines Unternehmens an den Data Space an und stellt gleichzeitig die Kontrolle des Unternehmens über diese Daten sicher.

In den letzten Jahren wurden unterschiedliche Konnektoren entwickelt, die Datenräume ermöglichen sollen: Zu den bekanntesten Konnektoren gehören der „Data Space Connector (DSC)“, der z.B. beim Mobility Data Space verwendet wird, oder der „Eclipse Data Space Connector (EDC)“, der im Rahmen des Projekts Catena-X vorangetrieben wird.

Bei den einzelnen Konnektoren gibt es anwendungsbedingte Unterschiede, gegenseitige Kompatibilität wird jedoch angestrebt. Dabei hilft die Orientierung der verschiedenen Konnektoren an der Referenzarchitektur der International Data Spaces Association (IDSA).

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Erklärung zum Zusammenhang zwischen IDSA und Gaia-X

Und jetzt?

Wie wird nun aber der Traum vom Datenraum zur Realität? Die Konnektoren stehen als Open Source Software zur Verfügung, weitere Software-Bausteine (wie z.B. die Gaia-X Federation Services) existieren und können eingesetzt werden. Unternehmen mit Interesse und IT-Know-How (z.B. Java und Kubernetes) können sich einlesen und einen Datenraum aufbauen.

Für viele Unternehmen sind IT-Ressourcen jedoch ein rares Gut. Hier setzt das Geschäftsmodell von Sovity an: Sovity hilft Unternehmen dabei, einen Datenraum aufzubauen und einen Konnektor einzusetzen. Für den souveränen und IDS-konformen Datenaustausch hat Sovity auch eine eigene Plattform gebaut, die Unternehmen die Nutzung der genannten Komponenten erleichtert.

In einer Live Demonstration veranschaulichte Sebastian Kleff abschließend die Funktionsweise der Plattform.

Danke und Ausblick

Wir bedanken uns bei Sebastian Kleff für die Einblicke!

Die Plattform Industrie 4.0 setzt weitere Aktivitäten und Veranstaltungen zu Gaia-X um. Wenn Sie dazu informiert bleiben möchten, melden Sie sich gerne bei michael.faelbl@plattformindustrie40.at.

Michael Fälbl