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Gaia-X aus der Innensicht

Die Plattform Industrie 4.0 engagiert sich aktuell verstärkt im europäischen Leuchtturm-Projekt Gaia-X: Seit Anfang des Jahres ist die Plattform offizielles Mitglied bei der belgischen Stiftung, die das Projekt vorantreibt (Gaia-X AISBL). Darüber hinaus ist Roland Sommer seit kurzem Teil des Management Boards des neu gegründeten Gaia-X Hub Austria.

Gaia-X greift verschiedene Themen auf, die für die österreichische Industrie von hoher Relevanz sind. Dazu zählen z.B. die Speicherung von Produktions- und Prozessdaten, die dafür benötigte Infrastruktur oder gemeinsame Regeln, die für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch benötigt werden.

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Die Plattform Industrie 4.0 möchte das Thema Gaia-X ihren Mitgliedern näherbringen und diese vermehrt in die Aktivitäten auf europäischer Ebene einbinden. Aus diesem Grund wurde kürzlich eine Event-Reihe namens „Inside Gaia-X“ initiiert. Ziel der Veranstaltungen ist es, tiefergehende und praxisnahe Einblicke zum Thema zu vermitteln.

Beim ersten „Inside Gaia-X“-Event war Roland Fadrany als Vortragender eingeladen. Als Partner bei der zu T-Systems gehörenden Detecon International beschäftigte sich Hr. Fadrany tiefgehend mit Gaia-X. In seinem Input schilderte Hr. Fadrany seine Erfahrungen mit Gaia-X und erklärte die Motivation hinter dem Engagement von T-Systems.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Ziel von Gaia-X ist es, derzeitige Herausforderungen der europäische Datenwirtschaft zu adressieren. Dazu zählen z.B. nicht vorhandene Schnittstellen (APIs), die fehlende Transparenz von Angeboten oder auch unterschiedliche regionale Rechtsauslegungen. In Verbindung mit regulatorischen Maßnahmen, wie z.B. dem Digital Services Act oder dem Digital Markets Act, strebt Gaia-X den Aufbau einer europäischen Dateninfrastruktur an.

In seinem Vortrag stellte Hr. Fadrany klar, was Gaia-X ist – und was es nicht ist, z.B. ein Cloud Provider. Viele Ansätze werden laufend innerhalb der wachsenden Gaia-X-Community entwickelt, z.B. rund um das Thema Labelling. Dabei wird versucht, abstrakte Begriffe wie „digital souverän“ greifbar und vergleichbar zu machen. Konkrete Ergebnisse und Projekte findet man aber auch schon heute. So kann z.B. der Eclipse Data Space Connector für den unternehmensübergreifenden Datenaustausch in einem Datenraum (Data Space) genutzt werden. Mit dem Sovereign Cloud Stack wird derzeit ein auf Open-Source-Software basierender Standard für Cloud-Betreiber entwickelt.

Umsetzungsprojekte

In seiner Rolle begleitete Roland Fadrany auch große Projekte im Gaia-X-Umfeld, auf die er in seinem Vortrag einging.

Im Rahmen von Catena-X kreiert man einen Data Space für die europäische Automobilindustrie. Dieser Data Space soll ein Vorbild für die europäische Industrie sein und unterschiedliche Anwendungsfälle ermöglichen. Dazu zählt z.B. die Rückverfolgbarkeit innerhalb einer Wertschöpfungskette, die das Recycling einzelner Komponenten vereinfachen soll. Structura-X und das geplante IPCEI-CIS setzen bei der europäischen Cloud-Infrastruktur an.

Bei den „Gaia-X Federation Services“ handelt es sich wiederum um eine Reihe an Software-Komponenten. Diese werden derzeit, parallel zu Gaia-X selbst, in eigenen Projekten entwickelt. Nach abgeschlossener Entwicklung sollen die Federation Services eine offene Möglichkeit für die Datenspeicherung und den Datenaustausch nach Gaia-X-Prinzipien darstellen.

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Danke und Ausblick

Wir bedanken uns bei Roland Fadrany für die spannende Diskussion und bei T-Systems Austria für die Kooperation und die Möglichkeit, die Veranstaltung im T-Center durchzuführen.

Im Rahmen des „Inside Gaia-X“-Event ermöglichte Hr. Fadrany Einblicke zu Gaia-X aus seiner Perspektive bei Detecon bzw. T-Systems. Mittlerweile hat Hr. Fadrany eine neue Position inne – als COO der Gaia-X AISBL wird er in Zukunft eine tragende Rolle für das europäische Leitprojekt einnehmen.

Die Plattform Industrie 4.0 plant weitere Aktivitäten und Veranstaltungen zu Gaia-X. Wenn Sie dazu informiert bleiben möchten, melden Sie sich gerne bei michael.faelbl@plattformindustrie40.at.

Foto von Possessed Photography auf Unsplash

Michael Fälbl