|

High Performance Computing in Österreich

Egal ob künstliche Intelligenz oder Smart Manufacturing – viele Anwendungen rund um Industrie 4.0 bauen auf der Verfügbarkeit von Daten und auf der notwendigen Rechenleistung für deren Verarbeitung auf. Für innovative Anwendungen wird oft viel Rechenleistung benötigt. Daher ist „High Performance Computing“ (HPC) ein zunehmend wichtiges Thema, insbesondere auf europäischer Ebene.

Auch in Österreich gibt es unterschiedliche Initiativen zum Thema. Als Teil der europäischen Initiative EuroCC (European Competence Center) ist es die Aufgabe des EuroCC Austria, die Aktivitäten rund um HPC auf nationaler Ebene zu erheben, zu dokumentieren und zu koordinieren. Beim EuroCC Austria ist somit sehr viel Überblickswissen zu Maßnahmen rund um HPC in Österreich vorhanden.

In einem „Technology Insight“ der Plattform Industrie 4.0 erklärten die Experten des EuroCC Austria, Simeon Harrison und Guido Korlath, gemeinsam mit Vincent Maholetti von T-Systems, wo HPC aktuell steht, welche Use Cases bereits möglich sind und welche Serviceleistungen angeboten werden.

HPC-Entwicklung

An Hochleistungscomputern wird bereits seit den 1940er Jahren geforscht. Traditionelle Anwendungsgebiete für HPC liegen z.B. in der Meteorologie, der Biochemie oder der Kryptologie – dort, wo große Datenmengen be- und verarbeitet werden müssen.

Heute werden HPC-Ressourcen in breiteren Anwendungsbereichen eingesetzt und als Ressource für die Nutzung durch Unternehmen oder Forschungseinrichtungen angeboten. Cluster – mehrere über ein schnelles „Interconnect“ verbundene Knoten – spielen bei der Verbreitung von HPC eine wesentliche Rolle.

Einsatz von HPC in der Industrie

Besonders interessant für die Mitglieder der Plattform ist der Einsatz von HPC in der Industrie. HPC kommt beispielsweise in den Bereichen Big Data Analyse, Simulation und Maschinelles Lernen bereits zum Einsatz und unterstützt z.B. Anwendungen wie ERP oder Computer-Aided Engineering (CAE).

Für die Nutzung von HPC kann man unterschiedliche technische Zugänge wählen. Sowohl On-Premsie-Lösungen, die Nutzung der Cluster von Forschungseinrichtungen (z.B. des Vienna Scientific Cluster) als auch Cloud-Lösungen und hybride Lösungen sind möglich, wenn HPC eingesetzt werden soll.

Bei der Entwicklung von Produkten kann beispielsweise der Zugriff auf flexible HPC-Ressourcen ein großer Vorteil sein. Durch den Abruf von HPC-Rechenleistung über die Cloud können Unternehmen diese je nach Bedarf nutzen. Ein solches Service wird z.B. durch die Open Telekom Cloud ermöglicht.

EuroHPC Joint Undertaking

In einem gemeinsamen Unterfangen zahlreicher europäischer Länder („EuroHPC Joint Undertaking“) wird seit 2018 daran gearbeitet, in Europa ein wettbewerbsfähiges HPC-Ökosystem aufzubauen und rund um das Thema global eine führende Rolle einzunehmen.

Teil dieses Plans ist auch der Aufbau nationaler Kompetenzzentren, zu denen das EuroCC Austria gehört. Das EuroCC Austria versteht sich als „Single Point of Contact“ für die Bereiche HPC, High-Performance Data Analytics (HPDA) und künstliche Intelligenz. Die hohen Rechenleistung von HPC sollen über das EuroCC Austria österreichischen Unternehmen zugänglich gemacht werden.

Technology Insights der Plattform Industrie 4.0

Die Technology Insights der Plattform Industrie 4.0 beleuchten aktuelle und spezifische Entwicklungen zu Zukunftstechnologien, die für den produzierenden Bereich relevant sind. Sie sind für alle Mitglieder der Plattform Industrie 4.0 zugänglich. Sollte Ihr Unternehmen Mitglied, Sie aber nicht auf unseren Verteilern sein, melden Sie sich gerne bei michael.fellner@plattformindustrie40.at.

Sollten Sie noch kein Mitglied sein, freuen wir uns ebenfalls über Ihre Kontaktaufnahme!

Foto von Taylor Vick auf Unsplash

Michael Fellner