Wie steht es um Industrie 4.0 in Österreich? – Trends und Entwicklungen in der Ö-Produktion

Der Einsatz von digitalen Produktions- und Prozesstechniken hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich gesteigert, dieses Wachstum wird sich bis 2021 beschleunigen.

DIE DIGITALISIERUNG DER PRODUKTION KANN EINEN ERHEBLICHEN BEITRAG ZU WACHSTUM UND BESCHÄFTIGUNG LEISTEN

Innovation ist nicht immer das Ergebnis von Forschung und Entwicklung. Auch die Anwendung existierender Technologien, etwa der Einsatz eines neuen Fertigungsverfahrens in einem Betrieb, kann zu Steigerungen der Produktivität und in weiterer Folge zu neuen Produkten und Beschäftigungswachstum führen.

Der Beitrag dieser Technologiediffusion am Produktivitätswachstum kann dabei beträchtlich sein.

Im Gegensatz zu ihrer Bedeutung ist über solche Prozessinnovationen allerdings weit weniger bekannt als über Produktinnovationen.

PROZESSINNOVATION IST MEHR ALS DER EINSATZ NEUER TECHNOLOGIEN

Zu Prozessinnovationen zählen einerseits technologische Innovationen wie Produktions- und Prozesstechniken, aber auch die Nutzung neuer organisatorischer Produktionskonzepte wie etwa neue Geschäftsmodelle, die Verwirklichung moderner personalpolitischer Maßnahmen und prozessrelevante Veränderungen der Unternehmensorganisation wie etwa Outsourcing und Kooperationen.

Verschiedene nationale sowie internationale Erhebungen versuchen, die Innovationsaktivitäten von Unternehmen zu erfassen, Unterschiede zwischen einzelnen Sektoren oder Regionen aufzuzeigen und verschiedene Länder miteinander zu vergleichen. Dabei liegt der Schwerpunkt zumeist auf der Messung von Forschung und Entwicklung sowie Produktinnovationen.

PROZESSINNOVATIONEN WERDEN KAUM ODER WENIG DETAILLIERT ERHOBEN UND ANALYSIERT

Um diese Lücke zu schließen und vorliegende Erhebungen zu ergänzen, entwickelte das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) 1993 die Erhebung Modernisierung der Produktion. Das AIT Austrian Institute of Technology ist seit 2003 an der Erhebung beteiligt. Ziel ist es, einen Kern von Fragen in allen Partnerländern zu nutzen und somit international vergleichbare Daten zu erheben.

Der European Manufacturing Survey (EMS) wird seit 2001 von einem Konsortium aus Forschungsinstituten und Universitäten mehrerer europäischer und außereuropäischer Länder organisiert. EMS erfasst die Nutzung technischer und organisatorischer Innovationen in der Produktion und die damit erzielten Verbesserungen der Leistungsfähigkeit in der Sachgütererzeugung.

Der EMS befragt Betriebe der Sachgütererzeugung ab 20 MitarbeiterInnen. Mit 258 Teilnehmern am EMS 2018 können repräsentative Aussagen über die österreichische Sachgütererzeugung getroffen werden.

10 TRENDS UND ENTWICKLUNGEN IN DER ÖSTERREICHISCHEN PRODUKTION – HIGHLIGHTS AUS DEM EUROPEAN MANUFACTURING SURVEY 2018

  1. Der Einsatz von digitalen Produktions- und Prozesstechniken hat sich in den letzten 10 Jahren deutlich gesteigert, dieses Wachstum wird sich bis 2021 weiter beschleunigen.
  2. Der Einsatz von künstlicher Intelligenz in Produktionsunternehmen wird sich in den nächsten drei Jahren vervierfachen. Weiterbildungsmaßnahmen in Bezug auf BigData werden dabei immer wichtiger.
  3. Über 40% aller österreichischen Produktionsunternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten setzen bereits Industrieroboter ein. Ein Drittel aller Großbetriebe nützt kollaborierende Roboter.
  4. Über 20% der österreichischen Produktionsunternehmen nutzen 3D-Druck und/oder additive Fertigungsverfahren.
  5. Fast die Hälfte der österreichischen Produktionsunternehmen wird im Jahr 2021 Energietechnologien zur Umstellung von fossilen auf andere Energieträger nutzen.
  6. Österreichische Produktionsunternehmen verlagern zunehmends ihre Produktion zurück nach Österreich.
  7. Ein Drittel aller österreichischen Produktionsunternehmen setzt zumindest eine digitale Lösung für Dienstleistungen ein.
  8. Jedes zweite österreichische Produktionsunternehmen kooperiert mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen bei Forschung und Entwicklung.
  9. Jedes achte österreichische Produktionsunternehmen kooperiert mit Startups.
  10. Industrie 4.0 führt zu gesteigerten Anforderungen an safety & security in der Produktion.

Weitere Informationen und tiefergehende Analysen finden Sie unter diesem Link.

Kontakt zu den Studienautoren kann unter diesem Link aufgenommen werden.

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