Rückblick auf das Webinar vom 24. Februar 2026**
Wie gewohnt stand der Austausch im Mittelpunkt: Die Check‑Ins ermöglichen einen niederschwelligen Zugang zur komplexen DPP‑Landschaft und bieten allen Teilnehmenden die Möglichkeit, Fragen rund um Datenstrukturen, Schnittstellen, Normung und frühe Produktentwicklungsanforderungen einzubringen.
Aktueller Stand von DPP & ESPR
Der Überblick zeigt:
- 2025–2030 Arbeitsplan in Umsetzung
- Ab 2026 folgen konkrete produktgruppenbezogene Vorgaben, beginnend mit Textilien, Eisen & Stahl
- DPP für Batterien bereits aktiv, weitere Produktgruppen folgen schrittweise
- Standardisierung läuft parallel auf Hochtouren in CEN/CENELEC und ISO
Damit wird klar: Unternehmen müssen sich zeitnah vorbereiten – sowohl technisch als auch organisatorisch. Das betrifft End‑to‑End‑Datenketten über den gesamten Lebenszyklus wie auch die Harmonisierung der Datenmodelle bis hinunter zur Lieferkette.
Normungs-Updates: CEN/CLC/JTC 24 & ISO/IEC JTC 5
Besonders hervorzuheben sind die Fortschritte in den europäischen Normungsorganisationen:
CEN/CLC/JTC 24 – “Framework and System”
- prEN18216 – Data exchange protocols
- prEN18219 – Unique identifiers
- prEN18220 – Data carriers
- prEN18221 – Data storage und persistence
- prEN18222 – APIs für Lebenszyklus-Management
- prEN18223 – System interoperability
Ergänzend dazu laufen Begutachtungen zu:
- prEN18239 – Security & Access Rights
- prEN18246 – Data authentication & integrity
ISO/IEC JTC 5 – Internationaler Brückenschlag
Ab September 2026 startet das neue Joint Technical Committee auf globaler Ebene. Ziel ist es, zentrale europäische Normen zu harmonisieren und international anschlussfähig zu machen.
EU Timeline: DPP‑Registry
Sie zeigt klar:
- 2025: Infrastrukturvorbereitungen
- 2026: Pilotierung & technische Finalisierung
- 2027: Schrittweise operative Einführung
CIRPASS‑2, Circular Data Platform & PASSAT
CIRPASS‑2
- Unternehmen benötigen mehr praktische Unterstützung, Ressourcen und Vernetzung, um DPPs umzusetzen.
- Klare Gesetzgebung & gezielte Förderung sind zentrale Beschleuniger.
- Die European Business Wallet bildet künftig eine sichere Basis für Identitäten & Datenaustausch.
Circular Data Platform
Ein Highlight war der neue Bericht zur Reifenindustrie, der zeigt, wie DPP-Daten selbst im Recyclingprozess – vom Schreddern bis zur Neureifenproduktion – durchgängig rückverfolgbar bleiben.
PASSAT
Das österreichische Leitprojekt unterstützt Unternehmen weiterhin bei:
- der Entwicklung von Referenzarchitekturen,
- der Schaffung semantischer Datenmodelle und
- Proof‑of‑Concept‑Umsetzungen für reale Produktlebenszyklen.
PCF‑Tool ECODESIGN+: Einfache Vorbereitung auf den DPP
Wolfgang Wimmer stellte das Tool ECODESIGN+ vor – eine webbasierte Plattform zur schnellen Berechnung von Treibhausgasemissionen und als Vorbereitung für DPP‑Anforderungen.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
- PCF-Berechnung entlang des gesamten Lebenszyklus
- WYSIWYG-Darstellung: Sofort sichtbare Umweltauswirkungen von Designänderungen
- Checklisten zur Produktverbesserung
- Variantenvergleich auf Knopfdruck
- Nutzung eigener Lieferant*innendaten (neues Feature 2026)
- Wiederverwendbare Bauteilgruppen
- Datenimport aus Stücklisten
Das Tool ist besonders geeignet für Produktdesigner:innen, Entwickler:innen sowie Hochschulen und Studierende.
Damit wird deutlich: PCF-Berechnung entwickelt sich zu einer Pflichtkompetenz für die DPP‑Vorbereitung.
Kommende Veranstaltungen
Unter anderem:
- 10. März 2026 – Online‑Workshop „Schritt für Schritt zum digitalen Produktpass“
- 19. März 2026 – Production & IT, Linz
- 25. März 2026 – 1. AAS Summit Österreich, Linz
- 7. April 2026 – DPP Check‑In #14 (online)
- Internationale Highlights wie
- Data Sharing Festival (Rotterdam),
- World Digital Product Passport Summit (Berlin),
- Reuse Economy Expo (Paris)
- und viele mehr
Fazit: Der digitale Produktpass wird konkret
Check‑In #13 hat erneut gezeigt, wie schnell sich die DPP‑Landschaft weiterentwickelt.
- Normen finalisiert werden,
- Delegierte Rechtsakte Form annehmen,
- Pilotierungen starten und
- Tools wie ECODESIGN+ die Transformation praktisch unterstützen.