Oettinger stellt Strategiepapier der Kommission zur Digitalisierung der Industrie vor

Am 19. April präsentierte die Kommission die „Digitising European Industry“ Strategie, die an die bereits 2015 gestartete Digitale Binnenmarkt Strategie anknüpft. Laut Oettinger ist das Hauptziel des neuen Industrie 4.0 Fahrplans nationale Initiativen zu unterstützen und grenzüberschreitende Wertschöpfungsketten besser miteinander zu vernetzen.

Dadurch soll die Digitalisierung von Unternehmen aus allen Branchen vorangetrieben und gestützt auf strategische Partnerschaften neue Investitionsanreize geschaffen werden. Zudem schlägt die Kommission konkrete Maßnahmen vor, um die Entwicklung gemeinsamer Standards im ICT Bereich zu beschleunigen und die öffentlichen Dienste zu modernisieren.

Der Hauptfokus der Strategie liegt auf:

– Förderung von Zugang und Adoption von digitalen Technologien in der EU (Digital Innovation Hubs, Kompetenz Center)

– Etablierung von europäischen Technologieplattformen (Allianzen und Synergien von unterschiedlichen Technologiebranchen, Interessensgruppen und Technologiebereichen)

– Überwindung der IKT Qualifikationslücke (Förderung von Digital Skills in Bildung, Anpassung an die neuen Anforderungen an die Arbeitnehmer durch die Digitalisierung der Arbeitswelt)

– Schaffung von innovationsfreundliche rechtliche Rahmenbedingungen

Neben der Strategie zur digitalen Transformation der europäischen Industrie wurden auch drei weitere Mitteilungen von der Kommission veröffentlich: Ein Plan zur Priorisierung von ICT Standards  (Schwerpunkt auf 5G, Cloud computing, Internet der Dinge, Big Data und Cyber Security), zur Entwicklung einer European Cloud Initiative (European Data Infrastructure) und zur online Administration (e-government).

Zur Unterstützung der geplanten Maßnahmen soll zwei Mal im Jahr ein High-level Roundtable zu Industrie 4.0 -zusammengesetzt aus Vertretern der Industrie, den EU-Mitgliedstaaten und den Sozialpartnern – sowie ein European Forum zu Industrie 4.0 stattfinden und insgesamt 50 Milliarden Euro an Förderung innerhalb der nächsten 5 Jahre mobilisiert werden.

Bis zum Sommer soll ein weiteres Paket zum E-Handel, Geoblocking sowie Verbraucherangelegenheiten vom Kollegium der Kommission angenommen werden. Im September 2016 sollen zudem ein weiteres Paket zu Copyright (Copyright II) und eine Überarbeitung der Regularien in der Telekom-Branche folgen. Bis Ende 2016 werden ein konkreter Legislativvorschläge der Kommission zu dem Bereich Datentransfer, eine Überarbeitung der existierenden Regularien im Bereich Dateneigentum und autonome Systeme/ IoT  und die Etablierung eines „social dialogue“ aller relevanten Stakeholder im Bereich Digital Skills erwartet.

Link zur Digitising European Industry Strategie

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