Industrie 4.0 Deutschland und Industrial Internet Consortium arbeiten zusammen

Anfang März wurde in Berlin offiziell die Kooperation zwischen der deutschen Plattform Industrie 4.0 und dem internationalen Industrial Internet Consortium (IIC) verkündet. Ausgangspunkt war ein informelles Treffen in Zürich, das von Robert Bosch GmbH und SAP initiiert wurde. Weitere Treffen werden folgen um die partnerschaftliche Zusammenarbeit beider Organisationen zu vertiefen.

Das IIC und die Plattform Industrie 4.0 arbeiteten bisher nicht grundsätzlich an den gleichen Fragestellungen, sondern ergänzen einander. Die Plattform Industrie 4.0 konzentriert sich auf die technischen Rahmenbedingungen der vernetzten Produktion während das IIC an der branchenübergreifenden Standardisierung von B2B Prozessen arbeitet, beispielsweise Gebäude- und Energiemanagement. Nun sollen die Bemühungen beider Organisationen zusammengeführt werden. Der Fokus dieser Kooperation liegt auf der Koordinierung gemeinsamer Referenzarchitekturen und Testumgebungen sowie auf Interoperabilität und Standards.

Referenzarchitekturen bilden den Rahmen, in dem Unternehmen ihre Industrie 4.0 Produkte oder Dienstleitungen anbieten. Das Referenzarchitekturmodell Industrie 4.0 der deutschen Plattform (RAMI 4.0) führt die wesentlichen Elemente von Industrie 4.0 in einem dreidimensionalen Schichtenmodell zusammen. Dies soll dabei helfen Industrie 4.0 Technologien systematisch einzuordnen und weiterzuentwickeln. Das Referenzarchitekturmodel des IIC (IIRA)  dient der grundlegenden Definition von Industrial Internet Systems (IIS). Durch die neu entstandene Kooperation soll in Zukunft die Interoperabilität der Systeme sichergestellt werden um mögliche Hindernisse bei der Implementierung von Industrie 4.0 Technologien aus dem Weg zu räumen.

IIC-Chef Dr. Richard Soley erwartet sich viel von der Kooperation: „Das IIC und die Plattform Industrie 4.0 arbeiten seit längerem daran, die Akzeptanz des industriellen Internets der Dinge zu beschleunigen. Dabei haben sie sich beträchtliches Know-how angeeignet. Jetzt kommen eine Reihe wichtiger Faktoren zusammen, um die vernetzte Industrie Realität werden zu lassen. Wir freuen uns, dass die am Projekt beteiligten Unternehmen, die über breites industrielles Know-how verfügen, ihren Ansatz dem IIC und der Plattform Industrie 4.0 gemeinsam vorstellen. Wir sind gespannt auf die Bewertung des Projekts und die Ergebnisse.”

Prof. Dr. Siegfried Russwurm, Mitglied der Leitung der Plattform Industrie 4.0, CTO und Mitglied des Vorstandes der Siemens AG, sprach sich für eine weitere Vernetzung aus: „Mit anderen Initiativen zusammen zu arbeiten ist wichtig, insbesondere für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft. Wir sind sehr daran interessiert, mit anderen zu kooperieren, um den Weg für globale Standards zu ebnen. Mit dem IIC – und anderen Konsortien – zusammenzukommen ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.“

Die ersten Ergebnisse der neuen Kooperation in Sachen Standardisierung und Rechtsrahmen sollen bereits auf der CEBIT in Hannover vorgestellt werden.

Weiterführende Informationen

Plattform Industrie 4.0 Deutschland

iic kooperation © Robert Bosch GmbH
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