Österreichs Digitalisierung schreitet schneller voran als der EU-Durchschnitt

Am 25.02.2016 wurde von EU Kommissar Oettinger der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index – DESI) präsentiert. Dieser zeigt, dass Österreich den Anschluss an die Spitzenländer Europas im Bereich Digitalisierung geschafft hat. Es ist aber noch Luft nach oben, Österreich rangiert auf Platz 12 unter den 28 Mitgliedsstaaten.

Der DESI Index ist ein Online-Instrument zur Messung der Fortschritte der EU-Mitgliedsstaaten auf dem Weg zu einer digitalen Wirtschaft und Gesellschaft. Als solches vereint er eine Reihe relevanter Indikatoren für den gegenwärtigen Politikmix Europas im digitalen Bereich. Der Fokus liegt auf die Bewertung der momentanen Rahmenbedingungen, die auch für die erfolgreiche Implementierung von Industrie 4.0 relevant sind. Österreich liegt laut den auf 2015 basierenden Daten auf 12. Stelle der 28 EU Mitgliedstaaten, gehört aber zu jenen Ländern, die sich überdurchschnittlich entwickeln. Dänemark führt das Ranking vor den Niederlanden an. Die Schlusslichter sind Griechenland, Bulgarien und Rumänien.

Die wichtigsten Schlussfolgerungen der EU-Studie:

  • Die EU hinkt im globalen Wettbewerb hinterher. Es herrscht insgesamt ein ausgeprägtes  Gefälle zwischen den Mitgliedstaaten. Obwohl sich die Spitzengruppe der Mitgliedstaaten zufriedenstellend schlägt, muss sich der EU Durchschnitt stark verbessern um mit Ländern wie Japan, Süd-Korea oder den USA mithalten zu können.
  • Es gibt zu wenige Internet Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Die Internet Konnektivität steigt zwar aber von den 72% der europäischen Haushalte mit Zugang zu Breitband haben nur 32% eine Hochgeschwindigkeitsverbindung. Auch Österreich weist hier klare Defizite auf und belegt nur den 14. Platz im Bereich der Verfügbarkeit von schnellem Breitbandinternet.
  • Digitale Kenntnisse (Digital Skills) müssen ausgebaut werden. 45% der EU Bevölkerung fehlen sogar die grundlegenden Fähigkeiten zur aktiven Teilnahmen an der Digitalisierung. In Österreich sind es 36%.
  • Der elektronische Handel ist nicht ausreichend entwickelt, speziell im Bereich der KMUs. Nur 16% der KMUs bieten ihre Produkte und Dienstleistungen im Internet an, wobei davon sogar nur 7,5% grenzüberschreitend tätig sind. Österreich liegt hier sogar unter dem EU-Durchschnitt.

Neben der Umsetzung der 2015 vorgestellten Digitalen Binnenmarkt Strategie verspricht sich Oettinger speziell in Sachen Ausbau von  Kommunikationsnetzwerke viele positive Impulse von dem für Ende 2016 geplanten „5G Action Plan for Europe“ der EU Kommission. Das Vorantreiben von neuen 5G-Standards, und damit einhergehend äußert leistungsfähiges mobiles Internet, soll die Weiterentwicklung des Internet der Dinge und somit die umfassende Vernetzung – auch in der Industrieproduktion – befeuern.

Supercomputer © Fotolia
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